Geben Sie in den meisten Modeshops „Jacke“ ein, und Sie erhalten mehrere Hundert Treffer. Niemand scrollt sie durch. Der Kunde grenzt ein: seine Größe, eine Farbe, ein Budget. Schafft er das nicht in wenigen Klicks, formuliert er die Suche um, oder er geht.
Filter sind die zweite Hälfte der Suche. Trotzdem bekommen sie viel weniger Aufmerksamkeit als die Relevanz der Suchmaschine: Man richtet sie einmal ein, oft direkt aus der Liste der verfügbaren Attribute, und fasst sie danach nicht mehr an. Dieser Artikel fasst die Regeln zusammen, auf die es ankommt, von der Berechnungslogik bis zum Daumen des Nutzers auf dem Smartphone.
Filter oder Facette: der Unterschied
Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet. Die Unterscheidung ist trotzdem nützlich.
Ein Filter schränkt eine Liste nach einem Kriterium ein: „Preis unter 50 €“, „auf Lager“. Er kann unabhängig von den angezeigten Ergebnissen existieren.
Eine Facette ist ein Filter, dessen Werte aus den aktuellen Ergebnissen berechnet werden. Bei der Suche „Trailrunning-Schuhe“ bietet die Facette Marke nur die Marken an, die in diesen Ergebnissen vorkommen, jeweils mit der Zahl der passenden Produkte. Sie beschreibt, was auf dem Bildschirm steht, und ändert sich mit der Anfrage.
Neun Regeln für Filter, die bei der Auswahl helfen
Facetten anzeigen, die von den Ergebnissen abhängen
Ein Panel, das bei jeder Suche gleich aussieht, bietet am Ende unpassende Kriterien an. Facetten sollten die Produkte widerspiegeln, die die Anfrage zurückgibt, und die angezeigten Kriterien müssen für die jeweilige Produktfamilie sinnvoll sein.
Die Zahl der Produkte pro Wert anzeigen
Die Zahl neben jedem Wert zeigt dem Kunden vor dem Klick, was er bekommt. Vor allem verhindert sie den schlimmsten Fall: eine Option anklicken und auf einer leeren Seite landen.
Facetten und Werte sinnvoll ordnen
Die ersten zwei oder drei Facetten bekommen die meisten Klicks. Kategorie, Größe und Preis stehen meist vor Material oder Herstellungsland. Innerhalb einer Facette hängt die Reihenfolge von der Art der Werte ab.
Ähnliche Werte zusammenfassen
Ein Katalog, den mehrere Lieferanten befüllen, sammelt Schreibvarianten an. Der Kunde sieht „Blau“, „marineblau“, „Navy“ und „Marine“, als wären es vier verschiedene Farben. Die Lösung heißt Wertegruppierung, auch Bucketing genannt.
ODER innerhalb einer Facette, UND zwischen Facetten
Wer „Rot“ und dann „Blau“ anklickt, meint „Rot oder Blau“: Der Kunde erweitert seine Auswahl. Kommt danach „Größe 38“ hinzu, heißt das „und in Größe 38“: Er grenzt sie ein. Eine umgekehrte Logik liefert Ergebnisse, die absurd wirken, und eine leere Liste, sobald eine zweite Farbe angeklickt wird.
Die Auswahl sichtbar und umkehrbar machen
Nach drei oder vier Klicks weiß der Kunde nicht unbedingt mehr, warum er nur noch sechs Produkte sieht. Aktive Filter sollten über den Ergebnissen sichtbar bleiben, und jeder einzelne muss sich entfernen lassen, ohne von vorn anzufangen.
Die Auswahl beim Sortieren und Navigieren behalten
Eine andere Sortierung, die nächste Seite oder der Weg zurück von einer Produktseite dürfen die Filter nicht löschen. Das ist eines der häufigsten Ärgernisse: Der Kunde schaut sich einen Artikel an, geht zurück und sieht wieder die komplette Liste.
Das Panel für Mobile neu denken
Eine Seitenleiste hat auf einem Smartphone-Bildschirm keinen Platz. Das Panel wird zu einem Bereich, der sich über einen stets sichtbaren Button „Filter“ öffnet und sich über den aktualisierten Ergebnissen wieder schließt. Checkboxen und Chips müssen leicht antippbar bleiben: Die Richtlinien von Apple und Google legen eine Mindestgröße für Touch-Ziele von 44 pt bzw. 48 dp fest.
Die Barrierefreiheit nicht vergessen
Filter aus einfachen klickbaren Elementen lassen sich nicht per Tastatur bedienen und bleiben für Screenreader stumm. Farbfelder ohne Namen stellen farbenblinde Menschen vor dasselbe Problem.
Facetten beginnen bei den Produktdaten
Keine Oberfläche gleicht einen unvollständigen Katalog aus. Eine Farb-Facette ist nur verlässlich, wenn jedes Produkt eine Farbe in einem einheitlichen Vokabular hat. Ein Produkt ohne dieses Attribut verschwindet, sobald der Kunde filtert, auch wenn es perfekt zu seiner Suche gepasst hätte.
Läuft Ihr Katalog über das Google Merchant Center, speisen die Attribute color, size, material und product_type Ihre Facetten. Unser Artikel Merchant Center und Suchmaschine erklärt, welche davon zählen und wie Sie sie prüfen, der Artikel über Produktdaten behandelt die Normalisierung der Werte.
Ein einfacher Test: Nehmen Sie Ihre meistgenutzte Facette und addieren Sie bei einer breiten Suchanfrage die Zahlen ihrer Werte. Liegt die Summe deutlich unter der Trefferzahl, fehlt einem Teil des Katalogs das Attribut.
Die Filternutzung messen
Drei Kennzahlen genügen, um zu sehen, ob Ihre Filter ihren Zweck erfüllen.
Die Nutzungsrate. Der Anteil der Suchen, auf die mindestens ein Filter folgt. Eine sehr niedrige Rate bei einem großen Katalog deutet oft auf wenig relevante oder schlecht platzierte Facetten hin.
Die tatsächlich geklickten Facetten. Sie zeigen, welche Reihenfolge sinnvoll ist und welche Facetten Sie einklappen oder entfernen können.
Die Sackgassen. Filterkombinationen, nach denen Kunden abbrechen oder eine neue Suche starten. Sie decken Lücken im Katalog oder schlecht gruppierte Werte auf.
Diese Daten lassen sich mit einem eigenen Event in Google Analytics 4 erfassen. Wie Sie sie auswerten, beschreibt unser Leitfaden zum Analysieren von Suchanfragen in GA4.
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Vectail installiert eine von Google Vertex AI angetriebene Suche mit Filtern nach Kategorie, Marke und Preis, inklusive Trefferzahlen. Eine Codezeile, kein Plugin.
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Im Vectail-Widget berechnet Google Vertex AI die Facetten Kategorie und Marke auf Basis der Ergebnisse jeder Anfrage, mit der Zahl der Produkte pro Wert. Der Preis wird über eine Spanne gefiltert. Mehrere Werte derselben Facette werden mit ODER verknüpft, die Facetten untereinander mit UND. Aktive Filter erscheinen als Chips über den Ergebnissen, und auf dem Smartphone öffnet sich das Panel von unten über einen Button, der die Zahl der gewählten Filter anzeigt. Welche Filter erscheinen, legen Sie im Dashboard fest.
Wenn Sie sich nur eine Regel merken, dann die zweite: Lassen Sie einen Kunden nie eine Option anklicken, die zu einer leeren Seite führt. Sie ist am einfachsten zu prüfen, und Ihre Kunden bemerken sie zuerst. Suchen, die trotzdem auf einer leeren Seite enden, sind ein eigenes Thema, das unser Leitfaden zu Null-Treffer-Seiten behandelt.
Quellen
- Touch-Ziele: Apple Human Interface Guidelines (44 pt) und Google Material Design (48 dp).